Die Kraft der Angst verstehen & nutzen

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In diesem Artikel bzw. Video geht es um Angst:

  • Was ist Angst aus evolutionärer Perspektive?
  • Was ist die Gefühls-Kraft der Angst & warum ist sie wichtig für unser (Über-)Leben?
  • Welche anatomischen Strukturen bestimmen unsere Angst-Reaktionen? (Polyvagal-Theorie)?
  • Warum ist unser Nervensystem dafür gebaut SCHNELL zu aktivieren und wieso braucht es so lange, sich wieder zu entspannen? 
  • Weshalb brauchen wir SELBST-REGULATION, um die Kraft der Angst nutzen zu können? 

All das in diesem Video: 

Zusammen gefasst in Schrift und Bild:

1. Angst als evolutionäres Programm  

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  • Angst ist Teil unseres sympathsichen Nervensystems – verantwortlich für Kampf & Flucht
  • Evolutionär ist es ein neueres Überlebens-Programm, als das “Einfrieren bzw. Erstarren”
  • Der Überlebensvorteil des sympathischen Nervensystems ist in bedrohlichen Situationen handeln zu können – zu kämpfen oder zu fliehen.
  • Im Fall der Angst: Fliehen.
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Als Überlebens-Programm ist unser sympathisches Nervensystem dafür gebaut bei Gefahr SCHNELL zu aktivieren (aus dem Social Engagement in den Flucht-Modus zu kommen)

Dies ist notwendig, um z.B. vor Raubtieren und Autos zu entkommen … und gibt es eine phylogenetisch etablierte Abfolge von Schritten:

    1. Sozialer Kontakt (“In der Gruppe bin ich sicher)
    2. Orientierung (“Muss ich fliehen?”)
    3. Flucht (“GEFAHR! Schnell weg hier”)
    4. Falls Überwältigend: Einfrieren (“Ich habe keine Chance mehr zu entkommen”) –> Der älteste Überlebens-Modus springt an
 

Je höher unsere Aktivierung – desto älter die Überlebensstrukturen, die aktiviert sind.

Je älter die Strukturen, desto älter und simpler sind die Hirnareale die dominieren

Das heißt: im sympathisch dominierten Flucht-Modus sind große Teile des Neo-Cortex (Großhirnrinde) nicht mehr ansteuerbar.

Dadurch sind uns viele Fähigkeiten und Verhaltensweisen nicht mehr zugänglich

    • (Selbst-)Reflexion, komplexere Kognition
    • Emotionale Regulation & Einfühlungsvermögen
    • Sozialer Kontakt

Das Nervensystem braucht viel länger, um sich wieder zu entspannen.

Doch auch hier gibt es eine Abfolge, die wir, Säugetiere, natürlicherweise durchlaufen:

    1. Ich bin entkommen (Bin gelaufen – habe Energie verbraucht)
    2. Ich orientiere mich weiterhin (“Bin ich wirklich sicher?”)
    3. Wenn ja, oftmals verstärktes Atmen oder Zittern (Die Energie wird abgebaut – der Körper reguliert sich)
    4. Wenn alles gut ist Rückkehr zum Social Engagement (“Wir sind wieder sicher!”) 
 
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Leider läuft diese Abfolge gerade bei Menschen nicht immer so ab, sondern wir können “steckenbleiben” in älteren Strukturen und Aktivierungszuständen, dies nennt man auch Trauma.

Gerade dann sollten wir Menschen auf dieser Reise durch Körperarbeit, somatisches Coaching & Traumatherapie unterstützen und gen Selbstwirksamkeit begleiten.

Mit einem genügenden Verständnis ist das mit meist leicht zu erlernenden Tools möglich, z.B. :

    • Bewegen & Energie abbauen
    • Orientieren
    • Körper abklopfen und spüren
    • Social Engagement

Hier findest Du ein Video, um diese Tools selbst auszuprobieren:

2. Angst als Gefühlskraft

- ist nur ist zugänglich, wenn wir (relativ) reguliert sind -

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Angst als Gefühlskraft erlaubt uns dem Neuen und Unbekannten zu begegnen:

Sie erlaubt uns Grenzen zu erkennen – und zu überwinden.

Die Gefühlskraft der Angst ist nur dann zugänglich, wenn der Neocortex noch funktioniert und nicht im Shutdown ist. 

Das heißt auf die anatomischen Strukturen übertragen: Wir brauchen noch einen Zugang zu unserem ventralen Vagus und damit dem Social Engagement System.

Deswegen ist die Fähigkeit zu Somatischer Regulation so wichtig, da sie uns erlaubt:

    • aus alten Überlebens-Programmen auszusteigen
    • Zugang zu evolutionär neueren und komplexeren Hirnarealen 
    • und damit all unsere Fähigkeiten und Ressourcen nutzen zu können.

Ohne einen passenden Umgang mit Angst würden wir uns nicht weiter entwickeln, individuell und gesellschaftlich. Wir könnten alte Grenzen kaum wahrnehmen und schon gar nicht uns auf wirklich Neues einlassen. Denn Unbekanntes erzeugt Angst, ist nicht klar planbar, ob gesellschaftlich, in eine Behandlung oder auch Kursen und Ausbildungen. 

Wir würden wohl nie etwas lernen, wenn wir nicht der Angst begegnen, und sei es auch der Fehler zu machen 😉

Wir hoffen…

dieser Artikel und die Videos helfen Dir, das Thema Angst tiefer zu begreifen.

Und erleichtern es Dir auch in angespannten Zeiten wie diesen, mit einem regulierten Nervensystem und Zugang zu der bunten Kraft Deiner Gefühle, durchs Leben zu gehen.

Wir freuen uns, weiterhin viele von Euch auf dieser zutiefst menschlichen Reise zu begleiten!