Der therapeutische Tanz zwischen Spannung und Entspannung

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In diesem Artikel geht es um ein Werkzeug, das in keiner therapeutischen Werkzeugtasche fehlen sollte – Das bewusste Pendeln z.B. zwischen Spannung und Entspannung, Problem und Ressourcen, Schmerz und Wohlbefinden.
“Pendeln” ist nicht nur eines der vielseitigsten Tools, das ich kenne: Wir können es im Gespräch, in der Berührung und sogar der energetischen Arbeit mit Klienten nutzen. Es ist eines der wenigen Werkzeuge, das Behandlungen gleichzeitig sicherer und wirksamer macht.

Durch Pendeln können wir:

  • Verspannungen kraftvoll massieren und trotzdem das sanfte Loslassen fördern
  • Probleme berühren und gleichzeitig im Kontakt mit Ressourcen bleiben
  • An Schmerzen arbeiten, ohne die Wahrnehmung des restlichen Körpers zu verlieren

Wie Du das Pendeln zwischen Spannung und Entspannung in Deinen Sessions nutzen kannst, darum geht es im weiteren Verlauf des Artikels.

Ein kleiner Ausflug:
Spannung und Entspannung in der Kreativität

Der Tanz zwischen Spannung und Entspannung findet sich auch in vielen anderen Bereichen menschlichen Wachstums und Entwicklung. Ein Bereich, in dem dies in den letzten Jahrzehnten viel erforscht wurde ist die Kreativität.

Kurz gesagt:
Kreative Entdeckungen und Leistungen brauchen den Wechsel zwischen “Creative Tension” (Kreativer Spannung) und “Creative Rest” (Kreativer Entspannung).

  • Kreative Lösungen oder Entdeckungen entstehen so gut wie nie ohne die intensive und oft anstrengende Auseinandersetzung mit einem Thema.
  • Gleichzeitig kommen die meisten Einfälle in Zeiten der Entspannung, des Nichtstuns oder Spielens (einige Künstler nennen dies “Zeit verschwenden”, da sie gelernt haben, dass sie in diesen Zeiten nichts anderes tun dürfen, sonst bleiben die Einfälle aus).

Zeitgemäße Kreativitäts-Techniken arbeiten oft mit einem bewussten Hin und Her zwischen konzentrierter Auseinandersetzung mit Themen und dem Entspannen, Loslassen und Nichts-Tun.

Dieses Prinzip findet sich unter unterschiedlichen Namen in vielen modernen Ansätzen der Therapie, Coaching und Körperarbeit.

Ein Tool für den therapeutischen Alltag:
“PENDELN”

Unserer Erfahrung nach ist der Wechsel – das Pendeln – zwischen Spannung und Anspannung auch in der Therapie eines der mächtigsten Werkzeuge, um unsere Sessions nachhaltig und sicher zu gestalten.

Pendeln heißt: Als Behandler bewusst die Aufmerksamkeit unserer Klienten, die Berührung, die Fragen und den Fokus zwischen

  • Spannung = Schmerz, Problemen, Dysregulation, Verwirrung, Hot-Spot … 
  • Entspannung = Wohlbefinden, Ressourcen, Regulation, Orientierung …

hin und her wandern (pendeln) zu lassen.

Wir ermöglichen so die Auseinandersetzung und Arbeit an schwierigen Themen und Punkten, OHNE dass die Klienten den Zugang zu ihren Fähigkeiten, Ressourcen, dem Hier & Jetzt verlieren.

Oder anders herum gesprochen: Wir stellen sicher, dass unsere Klienten im Kontakt mit ihren Ressourcen bleiben, die notwendig sind, um Veränderung zu bewirken – ohne die Probleme auszusparen.

Pendeln zwischen:
– Schmerzen & angenehmen Bereichen
 

– Kräftigung & Beweglichkeit

– Bewusst anspannen & wieder loslassen

Pendeln zwischen: 
– Ladung / Dysregulation & somatischen Ressourcen

– Zwischen alten Identifizierungen & dem Hier und Jetzt

Pendeln zwischen:  
– Wünschen & Herausforderungen, die im Wege stehen

– zwischen Zielen & herausfordernden nächsten Schritten

  • In der Körperarbeit pendeln wir zwischen:

    – Schmerzen und angenhmen Bereichen,
    – Kräfitgung und Beweglichkeit,
    – Bewusst anspannen und wieder loslassen

  • In der Trauma-Therapie pendeln wir zwischen: 

    – Ladung / Dysregulation und somatischen Ressourcen,
    – Zwischen alten Identifizierungen und dem Hier und Jetzt

  • Im Coaching pendeln wir zwischen: 
    – Wünschen und den Herausforderungen die im Weg stehen,
    – zwischen Zielen und herausfordernden nächsten Schritten

 

Ein Beispiel aus der Körperarbeit:
Post-Isometrische Relaxation (PIR)

Die Post-Isometrische Relaxation (PIR) ist eine Technik aus der Körperarbeit, die zur Entspannung und Dehnung der Muskeln genutzt wird.

In der PIR Technik wird eine Muskelgruppe willentlich angespannt und dann bewusst entspannt. Dies ermöglicht eine schnelle und nachhaltige Längung der Muskulatur, die meist bessere Erfolge erzielt als eine passive Dehnung. 

Wir hoffen, diese Ideen und Ansätze helfen Dir in Deiner Praxis. Wenn Du Fragen oder Anmerkungen hast, schreib uns gerne!