Somatische Zusammenhänge begreifen und behandeln
Kennst Du das?
Du bekommst körperliche Schmerzen / Symptome, wenn Du emotional / mental unter Stresst bist? Oder wenn Dir körperlich etwas fehlt oder zu viel ist, verändert sich Deine Stimmung bzw. emotionales / mentales Befinden?
HB als körpertherapeutischer somatischer Ansatz geht davon aus, dass unterschiedliche Ebenen unseres Erlebens, Handelns und Seins in Beziehung miteinander stehen.
Denn eine Ursache hat oft mehrere Ausprägungen auf unterschiedlichen Ebenen, die in Wechselwirkungen stehen.
Für ganzheitliche Behandlungen ist das Konzept der Ebenen wichtig, so dass wir die Beziehungen der Phänomene verstehen und zuordnen können. Dies ermöglicht es uns, ein möglichst umfassendes Bild von dem Menschen und seinem Thema als Gesamtkomplex zu bekommen.
Gleichzeitig ist es wichtig, die Ebenen unterscheiden zu können, um passgenau auf ihnen zu arbeiten. Denn Faszien brauchen andere Ansätze als Beziehungen oder Glaubenssätze. Wir nutzen und vermitteln spezifische Tools, um Menschen eine ursachenbezogene, effektiv-nachhaltige Behandlung anbieten können.
Deswegen möchten wir Dir in diesem Blogartikel die Ebenen vorstellen, mit denen wir arbeiten:
1. körperlich-strukturell
2. psycho-emotional
3. mental-kognitiv
4. sozial-beziehungsmäßig
5. energetisch-subtil
6. spirituell-seins-artig
7. Handlung-Verhalten
Die Ebenen im Detail
- Strukturell – körperliche Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unseren strukturellen Körper: Muskeln, Faszien, Knochen, Nervensystem etc.
- Sowie die körperlichen Vorgänge: Verdauung, Blutfluss, Hirnaktivität…
- Und den subjektiven Zugang zum Körper: Empfindungen, Bewegungsmöglichkeiten, körperliche Impulse
b. Wie begegnet uns die körperliche Ebene in Sessions?
- In Form von körperlichen Problemen: Schmerzen, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen
- Zusätzlich bietet sie uns Indikatoren für das Erleben des Menschen: Haltungsmuster, Veränderung des Atems, Veränderung von Mimik, Klang der Stimme…
- Und in Form von Bedürfnissen: Komfortable Positionierung, Orientierung, erfüllte Grundbedürfnisse, körperliche Sicherheit
2. Psycho – emotionale Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unseren emotionalen Körper (Psyche): Emotionen, Gefühle, Stimmungen, emotionale Zustände, Reaktionen und Muster
b. Wie begegnet uns die psycho-emotionale Ebene in Sessions?
- In Form von emotionalen Problemen: Starke emotionale Ladungen / Reaktionen, Unfähigkeit bestimmte Gefühle zu fühlen, Einschränkungen des Alltags durch Emotionen
- In Form von emotionalen Veränderungen während der Session: Emotional Release, Reaktionen auf Behandlung, Wohlfühlen im Setting…
- Und in Form von Bedürfnissen: Empathie, Mitgefühl, emotionale Sicherheit…
3. Mental – kognitive Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unseren Mentalkörper (Denkvorgänge): Gedanken, Urteile, Interpretationen, Einschätzungen, rationale Orientierung…
b. Wie begegnet uns die mentale Ebene in Sessions?
- In Form von mentalen Einschränkungen: festsitzende Gedankenmuster und Glaubenssätze, wenig Kreativität und unterschiedliche Perspektiven…
- In Form von Veränderungen: Etwas verstehen, neue Perspektive, etwas unterscheiden können, mentale Flexibilität
- Und in Form von Bedürfnissen: Orientierung, Verständnis, verlässlich-sicheren Rahmen haben wollen
4. Die soziale – kommunikative – Beziehungs-Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unsere Beziehungen (Beziehungsraum) – zu uns selbst, unseren inneren Anteilen, der Therapeut*in, der Umwelt / Gesellschaft, in der wir leben
b. Wie begegnet uns die soziale Ebene in Sessions?
- In Form von Beziehungs-Problemen: Explizite Beziehungsprobleme und Veränderungswünsche im Kontakt mit anderen Menschen, implizite Beziehungsprobleme (der Schmerz wird stärker, wenn meine Chef*in wütend auf mich ist) oder interne Beziehungsprobleme zwischen verschiedenen inneren Anteilen
- In Form von Veränderungen in der Session: Die Beziehungen, Dynamiken und Rollen verändern sich, tieferer (Selbst-)Kontakt ist möglich
- In Form von Bedürfnissen: Klare Kommunkikation und sichere Beziehung mit Therapeut*in, Zugehörigkeit
5. Energetisch – subtile Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unseren Energiekörper (feinstoffliches Erleben), sowie energetische Wahrnehmung: Energiefluss, energetische Grenzen, Energiebahnen (Mediane, Akupunkturpunkte), Energieräder (Chakren), Energiefelder (Aura, Präsenz, Stimmung im Raum)
b. Wie begegnet uns die energetische Ebene in Sessions?
- In Form von Problemen: Unfähigkeit bestimmte Energien zu halten oder abzugeben, Problemen mit Grenzen, zu viel Energie, Energiestau (Fülle, Hypervigilanz), Energiearmut (Leere, Antriebslosigkeit)
- In Form von veränderten Wahrnehmungen: Fließen und Verbindung, Kribbeln, Pulsieren, Lebendigkeit
- Und in Form von Bedürfnissen: Sich und andere fein und differenziert wahrnehmen, aufnehmen und abgeben können, im-Fluss-sein, sich verbunden und gleichzeitig eigenständig fühlen, Selbstausdruck leben
6. Spirituell – philosophische Seins-Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Unseren spirituellen Körper und unser Erleben von: Unser wahres Wesen / Selbst / Kern, unser Sein, wo wir unverfälscht sind, die Wahrnehmung von Selbstkontakt und Essenz, direkte Erfahrung der Realität (z.B. von universeller Liebe, JA zu dem was ist…)
b. Wie begegnet uns das in Sessions?
- In Form von Problemen: Ich weiß nicht, wer ich bin, der Kontakt zu mir selbst und einem positiven Lebensgefühl fehlt
- In Form von Erfahrungen: Da ist eine essenzielle Qualität, wo vorher ein Loch war, Selbstkontakt und Verbundenheit mit sich und der Welt aus einem erwachsenen Zustand heraus, Fragen / Probleme verschwinden, ohne dass es eine direkte Lösung braucht, Selbstverständlichkeit, „Ich bin“
- In Form von Bedürfnissen: Sich selbst kennen und ausdrücken können, Selbstverwirklichung, Verbunden-Eins-Sein, Ganz Mensch Sein
Diese Erfahrungen können eine tiefe Veränderung mit sich bringen, auch wenn sie in sich häufig keine Veränderung sind, sondern ein Bewusst-Werden dieser Ebene.
7. Verhalten – Handlungs-Ebene
a. Was umfasst diese Ebene?
- Das, was wir tun, oder sein lassen
- Unsere Impulse und wie wir damit umgehen
b. Wie begegnet uns das in Sessions?
- In Formen von Problemen und Veränderungswünschen: In Bezug auf Gewohnheiten und Süchte, Impulse zwar mitbekommen, ihnen jedoch nicht folgen zu können oder umgekehrt unüberlegt, „impulsiv“ zu handeln
- Wir können etwas tun, z.B. ein Experiment machen, etwas ausprobieren, um Dinge genauer kennen zu lernen oder auch zu verändern
- In Form von Bedürfnissen: Durch Handlung sich und die Welt erleben, Veränderung initiieren und verkörpern, sich um Bedürfnisse kümmern, Selbstausdruck, Selbstwirksamkeit, Selbstverwirklichung in der Welt und auf allen oben beschriebenen Ebenen
- Während der Integration: Was unterstützt, um Erfahrungen aus der Session in den Alltag zu bringen? Etwas zu tun oder sein zu lassen.
- Als Beobachtung, auch zwischen Sessions: Fällt es jemandem eher leicht oder schwer, ins Handeln und Umsetzen zu kommen? Sind die Handlungen kongruent mit dem Gelernten, Impulsen und Wünschen? Wie nachhaltig kommen Veränderungen im Verhalten an?
Wichtige Anmerkung: Auch wenn bestimmte Erfahrungen oder Phänomene in dieser Liste einer bestimmten Ebene zugeordnet sind, sind sie nicht von den anderen getrennt.
Ein Glaubenssatz hat z.B. emotionale, körperliche und energetische Aspekte. Wenn wir ihn allerdings als einen Glaubenssatz oder ein Gedankenmuster erleben, erleben wir ihn auf der mentalen Ebene.
Dabei sind die Ebenen in unserem Verständnis gleichwertig und nicht eine wichtiger als die anderen. Je nach Thema, Wünschen, Ressourcen liegt aber häufig der Schwerpunkt der Behandlung auf ein, zwei oder drei Ebenen und ist damit innerhalb dieser Behandlung besonders wichtig.
In Holistic Bodywork haben wir sieben verschiedene (Behandlungs-) Ebenen ausdifferenziert. Es gibt aber auch andere Methoden, die Ebenen nutzen. Zum Beispiel in der Traumatherapie Somatic Experiencing nach Peter Livine das SIBAM Modell, das fünf Ebenen unterscheidet und einen Hintergrund für unser Ebenenmodell bildet.
Ebenen – unterschiedlich und doch eins
Wenn wir in Holistic Bodywork von Ebenen sprechen, bewegen wir uns in einem „Spannungsfeld“: Denn zum einen unterscheiden wir die Ebenen konzeptionell und gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass sie untrennbar verbunden, ja sogar eins sind.
- Wir unterscheiden die Ebenen um:
- Mehr Orientierung für den "Gesamtkomplex" zu haben und Wechselwirkungen besser zu verstehen
- In Behandlungen gezielt auf einer Ebene und mit den Wechselwirkungen arbeiten zu können.
- Die Erfahrung zeigt aber, wie in diesem Beispiel aus drei Perspektiven, Folgendes:
- Beispiel 1: Ich habe chronische körperliche Schmerzen, deshalb denke ich abwertend über meinen Körper und bin emotional gereizt, wodurch mir Beziehungen schwer fallen
- Beispiel 2: Mir geht es in meiner Beziehung nicht gut, dadurch bin ich traurig und meine Schultern hängen nach vorne. Durch diese Haltung bekomme ich Rückenschmerzen.
- Beispiel 3: In einer Session gibt es eine wohltuende therapeutische Beziehung, durch die ich mich besser verstehen und emotional annehmen kann. Ich kann entspannen und die Rückenschmerzen verschwinden.
- Arbeitshypothese: Die Ebenen sind mindestens verbunden und haben Wechselwirkungen.
- Wir glauben sogar, dass sie am Ende „eins“ sind:
- Dass das ‚Problem’ alle Ebenen umfasst und von uns auch auf diesen Ebenen wahrgenommen werden kann, als unterschiedliche Zugänge zu einer Realität/ einem Erleben.
- Dass jede Veränderung, die wir vornehmen, sich auf allen Ebenen ausprägt – auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Und Heilung erst vollständig geschieht, wenn sie alle Ebenen umfasst.
Warum ist das wichtig?
- Wenn wir nur eine Ebene wahrnehmen, einbeziehen und behandeln, werden wir einem Menschen in all seiner Komplexität und Schönheit nicht gerecht und übergehen oft die Intelligenz und Heilimpulse des Gesamtsystems
- Da häufig „Probleme“, die auf einer Ebene wahrgenommen werden, auf einer anderen Ebene das größte Potential für Veränderung haben
- Wenn ein „Problem“ auf einer Ebene besteht, können wir Ressourcen aus einer anderen Ebene nutzen und unsere Sessions sicherer und traumasensibel gestalten
- Weil dies bedeutet, dass wir Menschen auf diesen Ebenen ganzheitlich und nachhaltig begleiten können, wenn wir das möchten
Erlebe tiefgehende, ganzheitliche Sessions und lerne mit uns, Menschen auf allen Ebenen zu begleiten.
Kostenlose telefonische Beratung
Mit einem unverbindlichen Telefongespräch kannst Du am besten prüfen, ob diese Ausbildung zum jetzigen Zeitpunkt für Dich genau das Passende ist.
Du kannst mich persönlich erreichen unter (0049)-015787325444. Oder schreibe mir hier eine Nachricht, ggf. mit Terminvorschlag für ein Gespräch.
Herzliche Grüße
Pascal Beaumart
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FAQs
1. Was sind die sieben somatischen Ebenen in Holistic Bodywork?
In Holistic Bodywork unterscheiden wir sieben miteinander verbundene Ebenen: Die körperlich-strukturelle, psycho-emotionale, mental-kognitive, soziale bzw. Beziehungs-, energetisch-subtile, spirituell-philosophische und die Handlungs- bzw. Verhaltensebene. Die Unterscheidung hilft dabei, unterschiedliche Aspekte eines Themas wahrzunehmen, Zusammenhänge zu verstehen und gezielt mit den jeweiligen Ebenen zu arbeiten.
2. Wie hängen körperliche Beschwerden und emotionale oder mentale Themen zusammen?
Körperliche, emotionale, mentale und weitere Ebenen stehen in ständiger Wechselwirkung. Beispielsweise kann emotionaler Stress zu körperlicher Anspannung führen. Umgekehrt können Schmerzen oder körperliche Einschränkungen die Stimmung, Gedanken und Beziehungen beeinflussen. Ein Symptom kann deshalb auf mehreren Ebenen gleichzeitig erlebt werden.
3. Warum ist es sinnvoll, die verschiedenen Ebenen voneinander zu unterscheiden?
Die Ebenen sind zwar miteinander verbunden, unterscheiden zu können schafft Orientierung. So lässt sich besser erkennen, auf welcher Ebene ein Thema gerade erlebt wird und welche Art von Unterstützung dort hilfreich sein kann. Ein körperliches Spannungsmuster braucht beispielsweise andere Zugänge als ein Glaubenssatz oder ein Beziehungsthema. Gleichzeitig können Veränderungen auf einer Ebene Auswirkungen auf die anderen Ebenen haben.
4. Bedeutet eine körperliche Beschwerde, dass die Ursache auf der körperlichen Ebene liegt?
Nein. Ein körperlich wahrgenommenes Symptom muss nicht ausschließlich eine körperliche Ursache haben. Rückenschmerzen können beispielsweise mit einer strukturellen Belastung zusammenhängen, aber auch durch emotionalen Stress, Beziehungssituationen oder andere Faktoren beeinflusst werden. In Holistic Bodywork wird deshalb der gesamte Zusammenhang betrachtet, anstatt ein Phänomen isoliert zu betrachten.
5. Wie werden in einer Holistic-Bodywork-Session die verschiedenen Ebenen genutzt?
In einer Session können unterschiedliche Ebenen gleichzeitig oder nacheinander relevant werden. Körperliche Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Beziehungen, energetische Wahrnehmungen oder Handlungsimpulse können sich verändern und gegenseitig beeinflussen. Dabei werden je nach Thema unterschiedliche Tools und Zugänge genutzt, um die jeweils relevanten Ebenen gezielt einzubeziehen.
6. Was bedeutet es, dass die sieben Ebenen „eins“ sind?
Die sieben Ebenen sind ein Modell, mit dem sich unterschiedliche Zugänge zu einem menschlichen Erleben beschreiben lassen. In der tatsächlichen Erfahrung sind sie nicht voneinander getrennt. Ein Glaubenssatz kann beispielsweise gleichzeitig körperliche, emotionale und energetische Aspekte haben. Die Ebenen helfen uns also, differenziert wahrzunehmen, ohne den Menschen in einzelne Bereiche aufzuteilen.
7. Warum ist ein ganzheitlicher Blick auf alle Ebenen für nachhaltige Veränderung wichtig?
Menschen sind komplexe Systeme, in denen verschiedene Ebenen miteinander verbunden sind. Wird nur eine Ebene betrachtet, können wichtige Zusammenhänge, Ressourcen oder Veränderungsmöglichkeiten übersehen werden. Ein ganzheitlicher Blick ermöglicht es, unterschiedliche Zugänge zu einem Thema zu nutzen und Veränderungen nicht nur zu verstehen, sondern auch körperlich, emotional, mental, im Kontakt und im Alltag zu integrieren.