Über, welche positiven Effekte regelmäßige Bewegung, Routinen und -praxen haben können und wie sich dies begünstigend auf das körperliche, geistige, soziale und seelische Wohlbefinden auswirkt, wird viel und wurde bereits viel geschrieben, geforscht und berichtet.

Daher liegt der Fokus in diesem Blogartikel nicht darauf, was Du alles “tun kannst oder warum“. Sondern darauf, „Bewegung“ als das zu verstehen, was es für Dich bedeutet. 

Warum dies aus therapeutischer Perspektive wichtig sein kann, findest du im nächsten Abschnitt. 

Um ein paar der positiven Effekte in Erinnerung zu rufen, findest du eine kurze Aneinanderreihung:  Regelmäßige Bewegung und Sport schützen vor chronischen Krankheiten, stärken das Immunsystem, sowie die Resilienz. Die Endorphinausschüttung ist ein weiteres Benefit für Menschen, egal ob man mit psychischen Krankheiten zu kämpfen hat oder nicht. 

In Social Media, auf der Arbeit und im Umfeld gehört es dazu – häufig mit der Komponente der Leistungsorientierung – höher, weiter, schneller, besser, stärker. 

Es gibt viele Gründe warum Bewegung wichtig, richtig und notwendig ist – gerade als Physiotherapeutin und trauma-sensitive Bodyworkerin plädiere ich durchaus für (mehr) Bewegung. 

Doch gerade im therapeutischen Setting oder Klientenkontakt kommt es schnell zu dem Punkt, wo Hausaufgaben, Ratschläge, Trainingsanweisungen,… etc. mitgegeben werden. 

Mit der Hoffnung, dass Sie umgesetzt werden, aber der Punkt verpasst wird, gemeinsam herauszufinden, was  es braucht, um neue Impulse im Alltag zu integrieren, ohne dass sich diese wie Aufgaben anfühlen. Nicht gemachte Hausaufgaben führen oft zu mehr Frust & schlechtem Gewissen! 

Und weniger Motivation auf beiden Seiten – im therapeutischen Setting! 

Daher ist es notwendig, gemeinsam zu erforschen und sich auf die Reise zu begeben, „Bewegung“ zu verstehen und diesem Begriff Inhalt, Form & Farbe zu geben. Denn, wenn man seine eigene Innenwelt und die von Klient*innen besser verstehen und nachvollziehen kann, kann es einfacher sein, Verantwortung zu übernehmen, Verständnis aufzubringen und ins Handeln zu kommen – für beide Seiten 😉 . 

Deswegen scheint es so entscheidend, Bewegung zu erforschen und damit zusammenhängende Interpretationen und Bewertungen zu entkoppeln – und gemeinsam, für und von Klient*innen aus, neu zu definieren. 

Es ist erstaunlich, wie deutlich wird, dass „Bewegung“ – etwas, was wir ja offensichtlich jeden Tag zu hundertmal machen – ganz unterschiedliche Bedeutungen und Definitionen haben kann. Und es darum geht, gerade in einem therapeutischen Kontext eine gemeinsame Basis, Verständnis und Bedeutung davon zu finden und zu formen. 

Dafür gibt es hier eine kleine Liste mit Fragen, die bestimmt zu weiteren Fragen führen werden. Wir hoffen so ein Auseinandersetzen mit dem Begriff „Bewegung“ und was das eigene Wertesystem damit verbindet, anstoßen zu können. 

Wir hoffen, die genannten Fragen laden Dich ein, Dir Gedanken zu machen oder aber auch mit deinen Klient*innen in den Dialog zu gehen. 

 Daher die Einladung, die Fragen nochmal zu lesen, Dir einen Moment Zeit zu geben, zu schauen welche der Fragen zieht Dich an, deiner inneren (lauten oder leisen) Antwort zu lauschen. 

Oder diese Fragen auch deinen Mitmenschen, Kolleg*innen und Klient*innen zu stellen.

Was bedeutet Bewegung für Dich?

Was heißt für Dich Bewegung?
• Mit was assoziierst Du das? Was für eine Art von … ist das?
• Hat Bewegung für Dich eine „Farbe oder Form“?
• Was magst Du daran oder nicht?
• Wie wurdest Du mit Bewegung sozialisiert?
• Welche Erfahrungen hast Du als Kind/Jugendliche*r/Erwachsene*r/in letzter Zeit damit gemacht?
• Wie wird und wurde Dir Bewegung vorgelebt oder auch nicht?

Welches Potenzial hat Bewegung für Dich?

• Was kann Bewegung für Dich persönlich, Dein Leben und Erleben tun? 
• Wofür kann es Dir dienen/hilfreich sein?
• Wobei könnte Dir „Bewegung“ in deiner aktuellen Lebenssituation helfen oder Dich unterstützen? Und warum? 
• Bewegung: Wofür ist das hilfreich/gut für Dich?
• Bewegung: Warum ist es nicht hilfreich/nicht gut für Dich?
• Bewegung: Willst Du dieses Tool auf deinem Weg nutzen oder nicht?
• Was ist deine Motivation Dich zu bewegen?
• Und woher, von welchem Ort oder Teil in Dir, kommen diese Gedanken, Meinungen, Selbst- und Weltbilder, Annahmen?

Lasst uns nicht nur einfach in Bewegung kommen, sondern auch den Diskurs in Bewegung setzen und uns von den Worten, Bildern und Bewegungen anderer bewegen!

Viel Spaß – beim Bewegen!